Klappern in Rheinbay - Ein traditioneller Brauch

Weil nach altem Brauch vom Gloria der Messfeier am Gründonnerstagabend an bis zur Osternachtsfeier die Glocken schweigen, um auch die Erinnerung an die "glockenlose Zeit" der ersten Jahrhunderte wach zu halten, werden Schlagbretter und ähnliche Holzwerkzeuge genutzt, um die Gläubigen an regelmäßige Gebets- und Gottesdienstzeiten zu erinnern (da ja bis zu Beginn unseres Jahrhunderts die Zeit fast ausschließlich vom Stundenschlag des Kirchturms signalisiert wurde).

Es wird immer noch erzählt, die Glocken würden nach Rom geschickt, um dort neu gesegnet zu werden. Das ist zwar ein "Ammenmärchen", aber es stimmt, dass auch teilweise in evangelischen Kirchen nicht geläutet wird, weil das ein Zeichen der Trauer über das Leiden und den Tod Christi ist.

Der Brauch ist sehr eng mit dem kirchlich-gottesdienstlichen Leben der (kath.) Pfarrgemeinden verbunden. Immer wieder wird versucht, das Klappern und Rasseln in vorchristliche Zeiten und ihren Riten zu vermuten, etwa um die Wintergeister mit Lärm zu vertreiben oder den Frühling herbeizurufen. Dafür gibt es wenig Anhaltspunkte.

In der Schweiz ("Chläpperlen") gibt es Regionen, da werden zum Ostergottesdienst die Instrumente mit in die Kirche genommen und in einem bestimmten Moment einen Riesenlärm veranstaltet. Das gleich danach zum ersten Mal erschallende Glockengeläute muss den Gläubigen wahrlich himmlisch in den Ohren geklungen haben.

 

Am Karfreitag und Samstag trafen sich die "kleinsten" Rheinbayer um das traditonelle Klappern auch in unserem kleinsten Ortsbezirk der Stadt Boppard aufrecht zu erhalten.

Das nachfolgende Bild zeigt eine Klappergruppe vor dem Eingangsbereich der Rheinbayer Kapelle:

                   

Ein besonderer Dank gilt den Eltern, die die Kinder auf ihrem Rundgang durch das Dorf begleitet haben.


                                   
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